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100 Jahre Hamburg Airport
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Erinnerungen an die noch fast "gemütliche" Zeit im Luftverkehr der 50er Jahre

Autor: Claus Badekow

Ich hatte meine Eltern lange genervt, bis sie dann im Jahre 1950 mit mir endlich den 1. Besuch im alten schönen von Birken umgebenen Aussichtsgarten des Flughafens Hamburg machten. Da war ich sieben Jahre jung.

In den nächsten Jahren habe ich dann selbst oder mit Freunden an Wochenenden häufig den Flughafen Hamburg besucht. Natürlich auch mit Rundfahrten und Besichtigungen der Modelleinrichtung des Flughafens.

1954 durfte ich meinen ersten Rundflug machen. Damals wurden diese Flüge von einem Doppeldecker, einer De Havilland Dragon, durchgeführt. Diese Maschine war in Hamburg stationiert. Ich war sehr aufgeregt. Und oh Schreck, die Maschine war natürlich an diesem Tag defekt.
Also ging es mit einem Mini-4Sitzer mit dänischem Kennzeichen OY (hab ich mir gemerkt) in die Lüfte. Zuerst dachte ich, das war´s nun, ich überlebe es nicht, aber nach wenigen Minuten legten sich die Ängste und es machte einfach nur noch Freude.

In der frühen 50er Jahren lernte ich dann Flugpläne lesen, Flugzeugtypen und Gesellschaften zu unterscheiden. Die Maschinen hatten damals noch alle ein Gesicht und unterschieden sich. DC-3, DC-4, DC-6, DC-6B, Convair 240, Convair 340 und nicht zu vergessen, die schöne Constellation, Vickers Viscount und viele andere.
1954 kam am Mittwochabend immer eine Constellation der Panair do Brasil nach Hamburg, blieb über Nacht und flog am Donnerstagmittag zurück nach Rio. Da hab ich dann solange gebettelt, dass ich bis gegen 19.00 Uhr am Flughafen bleiben durfte, um die Maschine zu sehen.
Zu dieser Zeit landete auch immer der Abend-Flug der Swiss Air Lines in Hamburg. Die Schweizer liessen sich nicht lumpen, und die DC-3 kam kurz nach der Landung über Nacht immer in die Flugzeughalle, die später zur Charterhalle umgebaut wurde. Da hatte sie es denn schön warm.
Stolz kam bei mir auf, als ab 1955 dann wieder Großflugzeuge mit deutschem Hoheitszeichen auf dem Vorfeld standen. Super G Constellations und Convair 340 der Lufthansa.

Mein Taschengeld habe ich in dieser Zeit gerne in Kurzflüge nach Bremen investiert. Hin- und Rückflug für 32.00 DM. Abwechselnd ging es mit der DC-3 der Lufthansa oder der Metropolitan der SAS in die Lüfte. Meine Oma flog damals auch einmal mit, sie war schon 80 und es hat ihr auch viel Freude gemacht. Es war ihr 1. Flug mit 80 Jahren.
Einmal war die Metropolitan der SAS vor dem Rückflug von Bremen nach Hamburg defekt gegangen. Ein Motor sprang nicht an. Als Ersatz kam eine DC-6B extra aus Kopenhagen nach Bremen. Da ich der einzige Fluggast nach Hamburg war, musste die DC-6B vor dem Weiterflug nach Kopenhagen extra wegen Claus Badekow in Hamburg landen. Darauf war ich natürlich sehr stolz, die ganze Prozedur wegen mir.

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